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Ein Abriss zur Geschichte und Gegenwart rechter Aktivitäten in Königs Wusterhausen und Umland PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Hannez   
Montag, 4. Dezember 2006
Königs Wusterhausen, eine beschauliche Kleinstadt am südlichen Rand von Berlin. Die rund 33.000 EinwohnerInnen genießen das Ambiente im Grünen. Doch der harmonische Schein trügt: Königs Wusterhausen ist eine Stadt wie jede andere. Eine Stadt mit einem Neonaz-Problem. Vom Anfang der neunziger Jahre an bis heute gibt es im Ort kontinuierlich extrem rechte Aktivitäten. Bis 1999 gehen „insgesamt fünf Morde und unzählige Überfälle (...) auf das Konto, der mehrere hundert Personen umfassenden rechtsextremen Szene“

NaziBrowntown Reloaded
Ein Abriss zur Geschichte und Gegenwart rechter Aktivitäten in Königs Wusterhausen und Umland

Königs Wusterhausen, eine beschauliche Kleinstadt am südlichen Rand von Berlin. Die rund 33.000 EinwohnerInnen genießen das Ambiente im Grünen. Doch der harmonische Schein trügt: Königs Wusterhausen ist eine Stadt wie jede andere. Eine Stadt mit einem Neonaz-Problem. Vom Anfang der neunziger Jahre an bis heute gibt es im Ort kontinuierlich extrem rechte Aktivitäten. Bis 1999 gehen „insgesamt fünf Morde und unzählige Überfälle (...) auf das Konto, der mehrere hundert Personen umfassenden rechtsextremen Szene“

Die Neunziger

Schon kurz nach dem Mauerfall war Königs Wusterhausen als Hochburg für Neonazis und faschistische Organisationen bekannt. In der Region wurden der Landesverband Berlin-Brandenburg der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) sowie eine Sektion des rassistischen KuKluxKlan (3) gegründet. Neben Kameradschaftsaktivitäten hatten Kader verschiedener Neonazi-Organisationen, wie beispielsweise das „Internationale Hilfskomitee für nationale politische Verfolgte und deren Angehörige e.V.“ (IHV) ihren Aktionsschwerpunkt oder Wohnsitz vor Ort. Es wurden Wehrsport- und Sprengübungen, rechte Fußballturniere und Konzerte durchgeführt. Königs Wusterhausen hatte schon früh an bundesweit den Ruhm einer „browntown“.Ein rassistisches Weltbild war jedoch nicht nur unter den Neonazis verbreitet. Es war – und ist noch immer – fester Bestandteil in den Köpfen vieler Menschen in Königs Wusterhausen und Umland. Ein sehr abstoßendes und bezeichnendes Beispiel hierfür ist das Dorf Dolgenbrodt. 1992 sollte ein ehemaliges Ferienlager im Ort zu einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge umgewandelt werden. Die DorfbewohnerInnen sträubten sich. Einen Abend vor der Eröffnung brannte der damalige Neonazi Silvio Jankowsky (Mitglied in der Nationalistischen Front) das Gebäude ab. Die DorfbewohnerInnen und allen voran der damalige Bürgermeister stehen noch heute unter dem Verdacht, den Neonazi für seine Tat bezahlt zu haben.Ein Jahr nach dem Brandanschlag in Dolgenbrodt, der dem Ort den Titel „Erstes rassistisches Dorf“ einbrachte, kam die Region erneut in die Schlagzeilen. Eine Gruppe junger Neonazis griff den Nigerianer Steve E. an, misshandelte ihn schwer und versuchte ihn im Anschluss im Scharmützelsee zu ertränken. Dies konnte durch beherztes Eingreifen eines Passanten verhindert werden. Der an dem Übergriff beteiligte Carsten Szczepanski, Hauptakteur der damaligen Szene, wurde 1995 wegen Beihilfe zu versuchtem Mord zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Während seiner Haftstrafe begann er mit dem Verfassungsschutz (VS) zusammenzuarbeiten. Trotz der Schwere der Tat befand sich Szczepanski bereits Anfang 1997 wieder auf freiem Fuß. Fortan agierte er als V-Mann „Piato“ in Neonazi-Kreisen. Er pflegte weiterhin enge Kontakte zur bundesweiten Neonazi-Szene und gab das Fanzine „United Skins“ heraus. Auch in der NPD war er aktiv als Vorstandsmitglied des Landesverbands Berlin-Brandenburg für den Bereich Organisationsleitung. Bei der Leitung dieses Referats stand ihm Reinhard Golibersuch zur Seite. Golibersuch, Beisitzer im Landesverband Berlin-Brandenburg, baute 1983, unterstützt von Michael Kühnen, eine Gruppe der 1983 durch den Bundesminister des Innern verbotenen neonazistischen „Aktionsfront Nationaler Sozialisten/ Nationaler Aktivisten“ (ANS/NA) auf; er war auch Mitglied der am 24. Februar 1995 durch den Bundesinnenminister verbotenen FAP.Szczepanski eröffnete zudem einen Laden, mit dem er das Neonazispektrum von Königs Wusterhausen mit Musik versorgte, auch war er in die Planung eines Rohrbombenanschlags involviert. Der Plan flog auf, doch Szczepanski kam ohne Verfahren davon. Weniger „Glück“ hatte er im Dezember 2002, als er sich abermals vor Gericht verantworten musste. Er hatte dem Sänger der Potsdamer Band „Bloodshed“ (ehemals „Proissenheads“), Uwe Menzel, ein Gewehr verschafft. Beide wurden zu Geldstrafen verurteilt.

Goodbye Szcepansky, welcome NPD!

Schon im Jahre 1997 gründete sich der NPD-Kreisverband Spreewald, der sich bis Ende 1999 bis nach KW ausbreitete. Sonnenwend- und Reichgründungsfeiern am Anfang des neuen Jahrtausends gehörten ebenso zu dessen Repertoire wie Schlesienfahrten und Liederabende. Neben der Partei gab es auch die Kameradschaft „United Skins“. Diese war eine militante Gruppe von Neonazis, welche bundesweit an Neonaziaufmärschen und Konzerten teilnahm. Sie konnte des Weiteren für Angriffe auf alternative Jugendliche, MigrantInnen und Obdachlose verantwortlich gemacht werden. Ihre öffentliche Aktivität ebbte mit der Zeit ab und reduzierte sich auf Schutzaufgaben bei NPD-Veranstaltungen und das einmalige Verteilen von NPD-Propaganda. Höhepunkt der Arbeit der NPD war die Durchführung eines Aufmarschs im Juni 2000 unter dem Motto „Gegen das Vergessen, gegen roten Terror“. Die NPD und ihre Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) schafften es 200 Neonazis und deren faschistische Propaganda auf die Straße zu bringen.Auch Szczepanski war unter den Teilnehmern des Aufmarsches.Kurze Zeit später flogen seine V-Mann-Aktivitäten auf. Damit kam der Kameradschaftsszene der Drahtzieher und eine wichtige Finanzquelle - Informanten bekamen vom Verfassungsschutz für ihre Dienste immerhin zwischen 250 und 500 € monatlich (5) – abhanden. Ein Großteil der lokalen Strukturen brach daraufhin zusammen.Dass einige Neonazis weiterhin aktiv blieben, zeigten Übergriffe, u.a. auf SchülerInnen der Blindenschule, an denen neben anderen Neonazis auch Sebastian Lemcke beteiligt war, und Vorgänge im von Neonazis dominierten Jugendclub „Oase“.Im Jahr 2001 kam es zu einem Brandanschlag auf das antirassistische Festival „Le monde est à nous“. In der Nacht vor dem Festival warfen die Neonazis Ingo Nitschke und Sebastian Dahl mehrere Molotowcocktails auf die Bühne. Die dort schlafenden Jugendlichen entgingen nur knapp einer Katastrophe. Mit an dem Angriff beteiligt war Jeannine Paris, die das Fluchtfahrzeug fuhr.Nur zwei Wochen später gab es erneut einen Brandanschlag. Diesmal verfehlte ein Molotowcocktail nur knapp einen Wohnwagen in einer Sinti und Roma-Siedlung in Wildau, dem Nachbarort von KW. Auch hier waren Jeannine Paris und Ingo Nitschke beteiligt. Wieder war die rechte Szene in Königs Wusterhausen einer großen Repression ausgesetzt. In den darauf folgenden Jahren zogen sich die aktiven Neonazis mehr und mehr aus dem Stadtbild zurück, Königs Wusterhausen bekam den Anschein einer ruhigen Vorstadt. Jugendliche trauten sich egal mit welcher Haarfarbe wieder auf die Straße und auch in den Medien ebbte die Präsenz der Neonazis ab.Doch auch in dieser Zeit kam es zu Neonaziaktivitäten und Übergriffen. Zwar agierten die ansässigen Neonazis eher verdeckt und zogen sich mehr in ihre internen Kreise zurück, doch sie blieben aktiv. So wurde im April 2002 ein Brandsatz auf eine von ausländischen ArbeiterInnen bewohnte Unterkunft in Wildau geworfen. Auch bei den hiesigen Volksfesten, wie dem Rosenfest in Eichwalde, dem Schleusenfest in KW oder dem Fischerfest in Zeuthen, kam es immer wieder zu Übergriffen. Beim Fischerfest 2002 waren ca. 30 Neonazis anwesend, die BesucherInnen anpöbelten und schikanierten. Beim Rosenfest in Eichwalde wurden alternative Jugendliche von rechten Jugendlichen beschimpft und geschlagen. Dies entwickelte sich im Verlauf des Festes zu einer Massenschlägerei mit mehreren Verletzten und Festnahmen.

Die nächste Generation

In den letzten beiden Jahren ist eine deutlicher Anstieg von rechter Propaganda, Pöbeleien und Angriffen in KW und Umland zu beobachten. Rechte Jugendliche sind wieder verstärkt in der Stadt wahrzunehmen und treffen sich dort regelmäßig an öffentlichen Plätzen. Dass durch solch eine Ansammlung Gefahr für all jene besteht, die nicht in die neonazistische Norm passen, zeigt die Anzahl an Übergriffen in diesen Bereichen der Stadt. So zum Beispiel im Mai 2005, als ein linker Jugendlicher in der Nähe vom Stadtbrunnen (Zentrum) von Neonazis angegriffen und mit einer abgebrochenen Glasflasche schwer im Gesicht verletzt wurde. Viele Jugendliche, Behinderte und MigrantInnen fürchten sich wieder nachts auf den Straßen der Region unterwegs zu sein. Inzwischen hat die Stadt auf ihre Art reagiert: Seit Juli 2005 wird zumindest der Bahnhofsvorplatz von Polizei und Ordnungsamt besonders überwacht. Die Probleme mit rechtextremen Jugendlichen werden dadurch nicht behoben, sondern es wird lediglich versucht Ausschreitungen zu verhindern. Solange sich die Rechten jedoch „friedlich“ verhalten, wird ihnen nichts entgegengesetzt.So können die Neonazis in aller Ruhe ihre Propaganda auf die Straße bringen. Insbesondere zu aktuellen Anlässen der rechten Szene verkleben die Neonazis gemeinschaftlich antisemitische, rassistische und NS-verherrlichende Aufkleber und Plakate in der Stadt. An den Orten, an denen sie sich ungestört treffen können, wie beispielsweise in den verlassenen Häusern am Funkerberg, oder dort, wo das rechte Potential sehr hoch ist, wie in der Neubausiedlung in KW, lassen sich in letzter Zeit auch vermehrt extrem rechte Sprühereien feststellen.Bisweilen gibt es in Königs Wusterhausen keine Neonazi-Vereinigung, die in der Öffentlichkeit als solche auftritt. In den letzten zwei Jahren lässt sich jedoch eine sich stets intensivierende Organisierungstendenz feststellen. Zum Einen geistert seit Anfang 2005 das Kürzel „AG_KWh“ durch einschlägig bekannte Foren und Websites, zum Anderen hat sich ein fester Personenkreis gebildet, der an Neonaziaufmärschen und rechten Veranstaltungen teilnimmt und eigene Aktion in und um Königs Wusterhausen durchführt.Im September 2005 sammelten sich beispielsweise Neonazis aus Königs Wusterhausen und dem Berliner Kameradschaftsspektrum, um den Wahlkampfauftritt des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck zu stören. Im Anschluss daran führten sie einen spontanen Aufmarsch in der KWer Innenstadt durch. Dabei riefen sie unter anderem „Frei, sozial, national!“ und „Königs Wusterhausen wir sind da, eure Anti-Antifa!“. In ähnlicher Konstellation hatten die Neonazis bereits im Mai eine Kundgebung am Stadtbrunnen abgehalten. Ebenfalls im Mai wurden an S-Bahnhöfen der Region Flugblätter mit rechtem Inhalt verteilt.Bei den meisten Aktionen zeigten sich enge Verbindungen zur Berliner Kameradschaftsszene, im Besonderen zu ehemaligen Mitgliedern der Anfang 2005 verbotenen „Kameradschaften Tor“ (KS-Tor) und zur „Berliner Alternative Süd-Ost“ (BASO). Diese waren schon zuvor zu beobachten. So nahmen Neonazis aus KW, allen voran Manuel Arnold und Marcel Siepler, an Veranstaltungen von Berliner Kameradschaften teil, mobilisierten zu deren Aufmärschen und trugen deren Transparente. Die Neonazis aus KW sind auch in das interne Mobilisierungsumfeld der Kameradschaftsszene in Berlin eingebunden, da sie regelmäßig an spontan durchgeführten Aufmärschen teilnehmen und für szeneinterne Aktionen, wie Prozessbesuche, mobilisiert werden. Zum Beispiel folgten sie einem Solidaritätsaufruf zur Unterstützung der angeklagten Neonazis Sebastian Dahl und Jeannine Paris in dem Prozess in Potsdam anlässlich des Brandanschlages auf das „Le monde“. Dahl und Paris wurden zu fünf bzw. vier Jahren Haft verurteilt. Zusammen mit etwa 30 anderen zeigten die KWer Neonazis vor dem Gerichtsgebäude Präsenz, solidarisierten sich mit den Angeklagten und versuchten anwesende AntifaschistInnen einzuschüchtern und anzugreifen.Ebenfalls bezeichnend für die Verbindungen zwischen der Berliner Kameradschaftsszene und den KWer Neonazis ist das diesjährige Oktoberfest in Zeuthen. Dort bedrohte eine Gruppe von bis zu 30 Neonazis, bewaffnet mit Baseballschlägern, BesucherInnen des Festes. Zuvor nahmen die Rechten an einer spontanen Demonstration in Berlin teil, auf der auch KWer Neonazis anwesend waren. Auch nach dem gescheiteten„Heldengedenken“ in Halbe 2005 machten KWer und Berliner Neonazis gemeinsame Sache: Am 14. November marschierten sie durch Halbe und versuchten, Kränze für gefallene Wehrmachtssoldaten abzuwerfen. Dabei wurden sie jedoch von der Polizei gestellt.Vor dem antifaschistischen Hackerangriff auf das Forum des neonazistischen Freien Widerstandes, bei dem interne Daten der bundesweiten Kameradschaftsszene offen gelegt wurden, gehörten auch KWer Neonazis zu dessen Usern. Marcel Siepler meldete sich dort unter dem Namen „AG_KWh“ an und beteiligte sich sporadisch an Diskussionen über rechte Musik und den Brandanschlag auf das „Le monde“. Mit dem Kürzel „AG_KWh“ wurden auch Einträge in Gästebücher des Anti-Antifa-Networks und den von KWer Antifagruppen unterzeichnet. Auf der Unterstützerliste eines rechten Aufmarsches am 3. Dezember 2005 in Berlin war die „Aktionsgruppe Königs Wusterhausen“ vermerkt – die Bedeutung des Kürzels „AG_KWh“ scheint nun gefunden.Dass die Neonazis zunehmend selbstbewusster und offensiver werden, zeigt ein Vorfall im Sommer 2005: Damals war eine Gruppe von Neonazis in den Jugendclub „Splirtz“ eingetreten. Dieser gilt als sicherer, da konsequent nazifreier Raum und als Rückzugsgebiet für Opfer rechter Gewalt. Die Rechten wurden von den BesucherInnen umgehend aufgefordert, den Club zu verlassen. Die Neonazis skandierten rechte Parolen und konnten erst durch die Polizei vom Clubgelände gebracht werden. Derzeit läuft in KW ein Prozess gegen einen der beteiligten Neonazis wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole.Schon im August 2005 mussten sich Neonazis vor dem Amtsgericht Königs Wusterhausen verantworten.Sie wurden wegen eines rassistischen Übergriffes im Jahre 2004 angeklagt, bei dem sie drei Bhutanesen an der Aral-Tankstelle in KW angegriffen und verletzt hatten. Beteiligt waren an dem Angriff u.a. Marcel Kindl und Jens Luchterhand, beide sind in der Stadt ansässig und schon mehrfach wegen ähnlicher Delikte aufgefallen. Marcel Kindl war früher bei den „United Skins“ aktiv und nimmt noch immer an Neonaziaufmärschen teil.Zum festen Umfeld von Marcel Kindl gehört u.a. Mike Turau, der in Königs Wusterhausen wohnt. Er wurde in der Vergangenheit ebenfalls den „United Skins“ zugeordnet. Regelmäßig nimmt auch er an Aufmärschen der extremen Rechten teil. Zusammen mit seinen Kameraden Hundt und Michael Thalheim fährt er des Öfteren mit seinem Alfa-Romeo in Flammen-Optik durch die Stadt und beschimpft vermeintliche AntifaschistInnen.Seit Jahren besteht in KW und Umland ein loses, an Freundschaften ausgerichtetes, Netzwerk von Neonazis, das die Verbreitung von Informationen und punktuelle Zusammenarbeit ermöglicht. Diese lose Verbindung macht einen strömungsüberreifenden Kontakt und das Aufeinandertreffen von alteingesessenen Neonazis wie Kindl und der jungen Generation möglich. Zudem gelingt es den Rechten so ein Umfeld an gleichgesinnten „Mitläufern“ aufzubauen, das sich für verschiedenste Aktionen mobilisieren lässt.Bei Naziaufmärschen im gesamten Bundesgebiet sind KWer Neonazis regelmäßig anzutreffen. Zumindest in Berlin findet kaum noch ein Aufmarsch ohne die „Kameraden“ aus Königs Wusterhausen statt. Vereinzelt sind sie auch in deren Durchführung involviert gewesen und trugen, wie Thomas Heuchler oder Manuel Arnold, Transparente verschiedenster Neonazi-Gruppierungen (u.a. „BASO“ im Dezember 2004; „Nationaler Widerstand Berlin-Brandenburg“ ebenfalls im Dezember 2004, „Fire and Flames Berlin“ im August 2005).Der aktiven Naziszene und ihrem Umfeld gehören mindestens 15 Personen an. Zum Kern dieser Szene gehören Manuel Arnold, Marcel Siepler , Sebastian Lüdke, Michael Thalheim, Thomas Heuchler, Mike Turau und Marcel Kindl. Zusammen mit etwa 10 Personen aus ihrem Umfeld waren sie alle am 18. Juni 2005 auf einer, von Christian Worch angemeldeten Kundgebung in Halbe anwesend.

Derzeit ist davon auszugehen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Neonazis aus KW unter einem gemeinsamen Label den Schritt in die Öffentlichkeit wagen. Sie treten schon jetzt immer öfter in Erscheinung und legen ein fürs andere Mal radikalere Aktionsformen an den Tag. Vorläufiger Höhepunkt ihrer Umtriebe ist ein Brandanschlag auf ein Auto eines KWer Polizisten am 31. Oktober 2005. Der Anschlag in einem der Plattenbauviertel war offenbar ein gezielter Racheakt gegen den Polizeibeamten, der sich seit 2002 als Mitglied der Spezialeinheit „Tomeg“ (Täterorientierte Maßnahmen gegen extremistische Gewalt) mit der rechten Szene in der Kleinstadt befasste. Vier Neonazis im Alter von 15, 16, 17 und 24 Jahren wurden festgenommen. Die Polizei konnte die Tatverdächtigen so schnell ermitteln, weil sie beim Bentzinzapfen an einer nahen Tankstelle von der Überwachungskamera gefilmt worden waren. Gegen den Erwachsenen wurde Haftbefehl erlassen, ein Jugendlicher kam in ein Heim. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Einem Bericht des Berliner Tagesspiegels (6) zu Folge, „reagierte die rechte Szene mit Wut“ auf die Festnahme. Weiterhin hieß es in der Zeitung „Ein Neonazi meldete zwei Demonstrationen „gegen Polizeiwillkür“ vor der Wache in Königs Wusterhausen an. Die Aufzüge wurden verboten, die Neonazis wichen nach Berlin aus. Etwa 50 Neonazis, darunter frühere Mitglieder verbotener Kameradschaften, marschierten Anfang November durch Prenzlauer Berg und skandierten „Freiheit für nationale Sozialisten“

Gefunden in "Fight Back 3" Aantifa Broschüre

 
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