Das Kültür Kaffee sucht...
Geschrieben von Hannez   
Freitag, 1. Dezember 2006

Hallo liebe Freunde, Besucher und Sympathisanten des Kültür Kaffees,

nachdem es nun auch in der Presse zu lesen war, auch von hier aus noch ein Aufruf:

 

Das Kültür Kaffee in der Friedrich-Engels-Straße 25 hat nach mehr als zwei Jahren zum Jahresende keine Räumlichkeiten mehr. Der Vorstand des Trägervereins Splirtz Brandenburg e.V. und seine Gäste suchen händeringend nach neuen (bezahlbaren) Räumlichkeiten in Königs Wusterhausen. Jeder Hinweis, jede Hilfe ist willkommen.

Hinweise können im Kültür Kaffee oder per Mail abgegeben werden. Nachdem unser Gästebuch unter Beschuß durch Hacker geriet, mußten wir es kurzerhand löschen, da es so auch niemand nutzen konnte. Dieses Problem wurde nun gelöst, so dass Hinweise auch im Gästebuch abgegeben werden können.

 

Vielen Dank!

Der Splirtz Brandenburg 

 

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen:

 

29.11.2006 / Dahme-Spreewald

Alternativer Treff gekündigt

Verein "Splirtz" und Stadt suchen Räume für Jugendbegegnungsstätte


FRANK PECHHOLD

[K ÖNIGS WUSTERHAUSEN] Vor der Schließung steht das alternative "Kültür Kaffee" in Königs Wusterhausen. Zum Jahresende wurde der Mietvertrag aus nachvollziehbaren Gründen gekündigt. Nun suchen Trägerverein "Splirtz" und Stadt neue Räume.

"Eigentlich war das hier nur als Büro gedacht", so Vorstandsmitglied Ralph Müller (43). Vor gut zweieinhalb Jahren bezog "Splirtz" als Nachmieter des Vereins "Holon" die Kellerräume der Villa in der Friedrich-Engels-Straße 25. Aber schnell entwickelte sich das Büro zum beliebten, von Jugendlichen selbst verwalteten Treff. Hier lasen Gymnasiasten vor, fanden Kickerturniere statt, traten Bands auf. "Wir waren auch immer offen für andere Gruppen", so Marco Stumpf (19). Beispielsweise stand das "Kültür Kaffee" den Organisatoren des Musikfestivals "Le monde est à nous", Mitgliedern der Antifa, Schülerzeitungsredakteuren des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums und für private Feiern offen. "Manchmal saßen bei schönem Wetter fast hundert Leute auf dem Hof", sagt Ralph Müller. Das konnte auf die Dauer nicht gut gehen. Schließlich befindet sich ganz in der Nähe das Hotel "Brandenburg". Wobei die Hotel-Inhaberin sehr tolerant gewesen sei, so Müller: "Mit ihr konnte man immer über Probleme reden. Die hat nicht gleich die Polizei geholt." Aber eines Tages hätten Hotelgäste und andere Nachbarn "den Punkrock einfach nicht mehr ausgehalten. Da mussten wir unseren Gästen sagen, dass draußen sitzen nicht mehr geht."

Von da ab spielte sich das Klubleben nur noch drinnen ab. Laute Musik und Zigarettenrauch drangen in die über dem Treff gelegenen Gewerberäume. "Das war leider so", sagt Müller. Deshalb akzeptiere er die Kündigung.

Mittlerweile machten junge Leute beim Bürgermeister auf das Problem aufmerksam. Weiter suchen sie nach neuen Räumen. Aber sowohl das einstige Konsum-Möbelhaus in der Scheederstraße als auch die ehemalige Tourismusbaracke am Nottekanal sind leider nicht zu haben. Trotzdem hofft Ralph Müller, dass sich ein privater Vermieter findet. "Eine monatliche Miete von 500 bis 600 Euro könnten wir schon stemmen", meint Marco Stumpf. Er vertraut auf einen ehrenamtlichen "Kültür Kaffee"-Kern von 15 bis 20 Leuten. Stumpf: "Die würden sich schief und krumm verbiegen, um einen neuen Treff einzurichten."

Die Kommune unterstütze die jungen Leute bei der Suche nach neuen Räumen, sagt Rathaus-Sprecher Sven Kollmorgen. Ein Verein wie "Splirtz" gehöre einfach in die Stadt, "bei dem was er bisher alles auf die Beine gestellt hat."

 

 

 

Die Zeit drängt

FRANK PECHHOLD


Das "Kültür Kaffee" in Königs Wusterhausen macht zum Jahresende dicht. Seit der ausgesprochenen Kündigung läuft die Suche nach neuen Räumen. Und die müssen schnell her, wenn die Stadt den alternativen Treff nicht verlieren will.
Wobei der durchaus nicht unumstritten war und ist. Schließlich treffen hier junge Leute ganz verschiedener Denkart aufeinander: von gymnasial gebildet und gemäßigt bis autonom und antifaschistisch. Hinzu kommt die problematische Lage mitten im bewohnten Stadtzentrum. Diese Mischung führte letztlich zur Kündigung.

Erfreulicherweise ist man auch im Rathaus daran interessiert, das "Kültür Kaffee" an anderer Stelle wieder zu eröffnen und dauerhaft zu etablieren. Schließlich spricht der größtenteils von den jungen Gäste betreute und verwaltete Treff für den Trägerverein "Splirtz".

Gemeinsam suchen Kommune, "Splirtz"-Vorstand und einige junge Gäste nun nach neuen Räumen. Was sie eint ist das Ziel, das "Kültür Kaffee" und viele gute Ideen über die (überschaubare) Zeit zu retten. Das alles im Vertrauen darauf, neue Räume mit bezahlbarer Miete in Königs Wusterhausen zu finden.