| Individualisierung oder bin ich ein Single? |
| Geschrieben von Hannez | |
| Sonntag, 3. Dezember 2006 | |
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Mit dem Begriff "Singularisierung" bezeichnet der österreichische Jugend- und Familiensoziologe Leopold Rosenmayr eine "psychosoziale Vereinsamungstendenz", die sich in individualisierten Gesellschaften bereits in der Herkunftsfamilie entwickelt und seine Fortsetzung im Erwachsenenleben als Alleinbleiben und Alleinleben nach Trennung, Scheidung oder Verwitwung findet. Rosenmayr stützt sich bei der Beschreibung von Singularisierungsprozessen auf die psychoanalytische Narzismustheorie und statistische Daten. Kindliches Alleinsein durch eigene Kinderzimmer, fehlende elterliche Zuwendung und Einzelkind-Dasein führt nach Rosenmayr zu Vereinsamung und Überlastung, die den Aufbau einer ich-starken Persönlichkeit im Sinne von Erik H. Erikson verhindert. Rosenmayr thematisiert damit negative Folgen des Individualisierungsprozesses.Singles sind ein häufiges Erscheinungsbild in unserer Gesellschaft geworden. Zwei Seiten, die sich sich mit dem Singledasein beschäftigen:
"Die
liebenswerte Solistin, wie wir sie in »Ally McBeal«, »Sex and the City«
oder den »Bridget Jones«- Filmen vorgeführt bekommen, ist ein
vergleichsweise neues Klischee. Jahrhundertelang kam ein unabhängiges,
selbstbestimmtes Leben für »anständige« Frauen im fortpflanzungsfähigen
Alter nicht infrage. Die Hochzeit war eine Pflichtveranstaltung, und
solange der passende Partner nicht gefunden war, lebte man zu Hause
unter der Aufsicht der Familie, Frauen, die sich einer Heirat
verweigerten und allein lebten, mussten häufig eine Existenz am Rande
der Gesellschaft führen - als alte Jungfern, Huren oder Hexen
diffamiert. Neben dem nicht gerade hoch angesehenen Dasein als Witwe
war die Existenz als Nonne die einzige Möglichkeit, sich auf
gesellschaftliche anerkannte Weise einer Paarbeziehung zu entziehen.
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